Einsatz des Computers an der Grundschule Heinrichstraße*
Schwerpunkte des Konzeptes
Im neuen Grundschulerlass wird gefordert: Die Grundschule vermittelt ihren
Schülerinnen und Schülern grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten
und Fertigkeiten....Schülerinnen und Schüler werden in den Umgang
mit Medien, Informations- und Kommunikationstechniken eingeführt und...
Um dies aufbauend zu erreichen verfolgen wir folgende Schwerpunkte:
· Die pädagogisch sinnvolle Einbindung des Computers in den Unterricht
unter besonderer Berücksichtigung des individualisierten Lernens;
· Einsatz der elektronischer Medien im Unterricht aller Klassenstufen;
· Aufnahme und Pflege von Partnerschaften über die elektronischen
Medien mit anderen Schulen,
· Einbeziehung internationaler Netzwerke in das Unterrichtsgeschehen
zur Erlangung von Informationen, aber auch zur Weitergabe gewonnener Erkenntnisse;
· Präsentation der eigenen Schule
Bereits vorhanden sind:
· 27 Computer davon 2 Pentium III, 11 Pentium I, 6 AMD Athlon 750 mHz,
8 x86 400 mHz, die auf 15 Klassen sowie einen Computerraum (11PC), Lehrerzimmer
(1PC) verteilt sind. Außerdem stehen 2 Notebooks PI und PIII zur Verfügung.
· Alle PCs im Computerraum verfügen über einen Internetzugang.
Darüber hinaus haben 4 Klassen je einen PC mit Internetanschluss und die
Schüler haben eine eigene Emailadresse. Dem Kollegium steht ein Internetzugang
im Lehrerzimmer zur Verfügung.
· Ein breit gefächertes Angebot an Lernsoftware, das in fast allen
Bereichen der Unterrichtsarbeit eingesetzt werden kann: Computerunterricht,
Wochen-/Tagesplanarbeit, Freiarbeit, Förder- und Forderunterricht und Arbeitsgemeinschaften.
Wünschenswert wäre (in dieser Reihenfolge):
1. Ausbau der vorhandenen Rechnerkapazitäten, so dass möglichst jede
Klasse über eine eigene Computerstation von mindestens 2 neuwertigen (mindestens
Pentium III-) Multimediacomputern und einem Drucker verfügt. 2 Klassen
verfügen über keinen PC. Im Computerraum wären 14 Multimedia
PC`s mit gleicher Oberfläche sinnvoll, um mit einer kompletten Klasse den
Computerraum nutzen zu können ( Aufsichtspflicht/ Man könnte je 2
SchülerInnen an einem PC arbeiten lassen). Überall das gleiche Betriebssystem
(z.B. Windows 2000) zwecks besserer Wartung wäre wünschenswert.
2. Vernetzung der restlichen vorhandenen Computer (Aufbau eines Schulnetzes)
inklusive Wartung;
3. Schaffung von Kontakten zur Wartung (die "Hausmeisterverträge der
Stadt funktionieren schon sehr gut).
4. Anschaffung eines Beamers und weiterer Notebooks zur Förderung im Bereich
des Regionalen Integrationskonzepts und der Hochbegabtenförderung.
Im Folgenden soll nun näher beschrieben und begründet werden, warum
der Einsatz von neuen Medien im Unterricht einer modernen Grundschule sinnvoll
ist und wie dieser Einsatz bis jetzt aussieht, beziehungsweise in Zukunft aussehen
kann.
Pädagogische Grundgedanken
Der Gedanke, Computer im Unterricht einer Grundschule einzusetzen ist nicht
neu, so verfügen Grundschulen anderer Staaten bereits über umfangreiche
Erfahrungen. Die didaktische Diskussion über den Stellenwert dieses jungen
Mediums ist in der Bundesrepublik erst in den letzten Jahren in vollem Umfang
entbrannt und mittlerweile scheint sich die Waagschale zugunsten der Befürworter
zu neigen. Die meisten Kritikpunkte bezogen sich dabei nicht auf das Medium
Computer "an sich", sondern auf die darüber vermittelten Inhalte.
Diese Inhalte erhält der Computer mittels seiner Software. Dabei hat sich
nach nunmehr über achtjähriger Erfahrung im Bereich "Computergestütztes
Lernen im Primarbereich" gezeigt, dass sowohl die Quantität als auch
die Qualität der Softwareprodukte deutlich zugenommen haben.
Auch gilt es einer gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung zu tragen, die in
den letzten Jahren deutlich im Zeichen dieses Mediums stand. So wird das Arbeitsleben
immer stärker durch den Einsatz von EDV-Anlagen revolutioniert, über
weltumspannende Netzwerke ist (fast) das gesamte Wissen der Menschheit jederzeit
verfügbar, und Kommunikation mit räumlich weit entfernten Partnern
ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Nur im Bereich
der allgemeinbildenden Schulen scheint diese Entwicklung kaum Einzug gehalten
zu haben. Demgegenüber steht die Tatsache, dass fast 70% aller Grundschüler
in Deutschland heute bereits über Erfahrungen im Umgang mit einem PC verfügen
und nicht wenige ihren Eltern und Lehrern dabei weit voraus sind. Ebenso gilt
es den lange anhaltenden hohen Motivationscharakter dieses Mediums zu berücksichtigen
und zu nutzen. Letztendlich kann sich ein Staat, der über wenig natürliche
Ressourcen verfügt, auf Dauer dieser weltweiten Entwicklung kaum verschließen,
will er kommenden Generationen den Weg in die Zukunft nicht verschließen.
Welchen Beitrag kann nun eine Grundschule hierbei leisten? Wie bei Schülern
dieser Altersstufe üblich, erfolgt der Umgang mit dem neuen Medium nicht
zielgerichtet, sondern überwiegend auf der spielerischen Ebene. Aufgrund
mangelnder Kompetenz von Eltern- und Lehrerseite wird der Computer oft nur als
bloße "Spielekiste" angesehen und erfährt so zwangsläufig
eine dementsprechende Kritik. Dass dieses Medium jedoch ganz andere pädagogisch
sinnvolle Möglichkeiten bietet, wird oft übersehen. Welche Chancen,
Unterricht neu zu gestalten, sich hier auftun, wie computergestütztes Lernen
den Unterrichtsablauf gerade an unserer Schule sinnvoll ergänzen kann,
soll im Folgenden näher dargelegt werden.
Grundlagen des Einsatzes Neuer Technologien im Primarbereich
Der Einsatz von Computern im Unterricht der Grundschule basiert auf fünf
pädagogischen Eckpunkten:
1: Der Computer kann den/die Lehrer/in nicht ersetzen, er kann den Unterricht
aber durchaus sinnvoll ergänzen und bereichern.
2: Die Rechner können im Klassenraum stehen und sind ein Arbeitsmittel
zur Differenzierung und Recherche, zum Fördern und Fordern wie ein Karteikasten
oder ein Arbeitsblatt. Inhaltlich werden sie nicht zum Selbstzweck. Von einigen
wenigen Grundfunktionen abgesehen, lernen die Schüler den Umgang mit ihnen
gewissermaßen nebenbei, er wird außer in Ag`s und im einstündigen
Computerunterricht in den dritten Klassen nicht explizit thematisiert.
3: Die Rechner können in einem separaten Computerraum stehen, in dem sowohl
der Umgang mit diesem Werkzeug geübt wird, mit Lernprogrammen fachspezifisch
gearbeitet wird, wie auch projektorientiertes Lernen (z.B. eine Schulzeitung
oder die Schulhomepage, die Vor-/Nachbereitung einer Klassenfahrt oder die sichere
und kritische Recherche im Internet z.B.: Thema Braunschweig -Sachunterricht
4. Klasse) stattfinden kann.
4: Der pädagogisch sinnvolle Einsatz der modernen Kommunikationsmittel
versetzt die Schüler in die Lage, mit Schülern anderer Schulen in
direkten Kontakt zu treten und trägt auf diese Weise zur Verständigung
bei. Eigene Präsentationen im Internet bieten die Chance, außerschulische
Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.
5: Die fast unbegrenzte Verfügbarkeit von Wissen durch elektronischen Medien
erfordert neue Methoden, um die Schüler frühzeitig zu befähigen,
sich selbständig Informationen zu beschaffen und diese zielgerichtet zu
verarbeiten. Hierbei ist besonders auf mögliche Gefahren der unreflektierten
Nutzung des Internets hinzuweisen, da besonders bei Schülern und Schülerinnen
der Primarstufe die Kritikfähigkeit dargebotener Informationen naturgemäß
kaum vorhanden ist. Zur Förderung dieser Medienkompetenz bietet sich besonders
das Internet-Seepferdchen an.
Das Curriculum
Um die oben aufgeführten Elemente des Computereinsatzes im Unterricht
auf eine planbare Ebene zu stellen, wird folgendes Curriculum vorgeschlagen.
Durch Fortbildung der Lehrer/Innen und Einarbeitung soll versucht werden, mit
folgenden Inhalten zu arbeiten.
Einsatz des Computers an der Grundschule Heinrichstraße
Curriculum für den Einsatz von Computern im Unterricht der Jahrgangsstufen
1 bis 4
Klasse 1
Begleitender Lese-/Schreiblehrgang mit der Leporello 1 Werkstatt
Einführung in die Budenbergprogramme (Mathe + Deutsch)
Jedes Kind soll am Ende des Schuljahres die Bedienung der Budenbergprogrammsammlung
beherrschen.
Weitergehende Vorschläge:
Fächerübergreifend: Lernstandsorientierte Arbeit mit den Lernprogrammen,
vor allem der Lernwerkstatt
Erstellung von kleinen Texten mit der Anlauttastatur.
Klasse 2
Einführung in die Textverarbeitung mit dem Modul Freies Schreiben in
der Lernwerkstatt oder mit WordPad, Word for Windows oder Junior Schreibstudio.
Jedes Kind soll am Ende der Grundschulzeit die Grundfunktionen einer Textverarbeitung
kennen. (Groß- und Kleinschreibung, Absatz, Unterstreichen, Löschen,
Speichern,...)
Weitergehende Vorschläge:
Fortsetzung der Arbeit mit der Lernwerkstatt und den Budenberg Programmen.
Mathematik: Einführung und Einübung des 1 x 1 mit dem Unterprogramm
der Budenbergsammlung.
Klasse 3
1-stündiger halbjähriger Computereinführungskurs: Benutzung von
Word und Paint, Einfügen, Speichern, Wiederfinden einer Datei, Internetrecherche
unter Beachtung der Netiquette und Sicherheitsrichtlinien, Internetseepferdchen
mit 6 "Fahrstunden " und abschließender Prüfung.
Weitergehende Vorschläge:
Ein E-Mail - Projekt
Jedes Kind sollte am Ende des Schuljahres E-Mails schreiben, senden und abrufen
können . Eine eigene Schüleradresse steht zur Verfügung.
heinrichheini@t-online.de
Kennwort: heinis
Fortsetzung der Arbeit mit der Lernwerkstatt und den Budenberg- programmen.
Deutsch: Diktattraining mit der Rechtschreibwerkstatt oder GUT
Mathematik: 1 x 1 Training, Alfons Mathetrainer
Sachunterricht: Verkehrserziehung mit Schlaubär im Straßenverkehr.
Klasse 4
Fächerübergreifend:
1 internetgestütztes Projekt. Dieses sollte enthalten:
Recherche und Bewertung von Informationen und ihre Einbindung in das jeweilige
Projekt (z.B. Tiere, Braunschweig, Harz, Vorbereitung der Klassenfahrt o.ä.).
Gute Ideen z.B. unter www.hamsterkiste.de, www.was-ist-was.de, www.die-maus.de
Deutsch: Erweiterung der Kenntnisse im Umgang mit Textverarbeitungen auch mit
Word, Einfügen von selbstgemalten Bildern, Speichern und Wiederfinden,
Formatieren.
Mathematik: Erstellen einer einfachen Tabelle (Addition / Multiplikation)
Weitergehende Vorschläge:
Fortsetzung der Arbeit mit der Lernwerkstatt und den Budenberg- programmen.
Deutsch: - Gestalten von Beiträgen zur Schulhomepage
- Fortsetzung des Lernwerkstatt-Programme
Braunschweig, 9.05
IT-Obfrau: Martina Labouvie
*Quelle: Das Computercurriculum der Grundschule Dürerring
in Salzgitter. Diese Curriculum wurde von der GS Heinrichstraße für
gut befunden und auf unsere Ausstattung und Bedürfnisse umgeschrieben.
http://www.bs-online.de/gs-duererring/
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